Malaiische Trachten für muslimische Männer und Frauen: Baju Melayu, Baju Kurung und dezente Stile
Malaiische Muslime in Malaysia tragen weite, dezente Kleidung, die zur Hitze und zu den islamischen Richtlinien passt. Dieser Leitfaden zeigt die wichtigsten Outfits für Männer und Frauen mit Illustrationen und erklärt, wann man sie trägt und wo man sie kauft.
Dezente Kleidung in der malaiischen Kultur
- Was dezent bedeutet: In der islamischen Lehre bedecken Männer den Bereich vom Nabel bis zu den Knien, Frauen alles außer Gesicht und Händen. Kleidung soll weit und nicht durchsichtig sein.
- Malaiische Kleidung passt dazu von selbst: Traditionelle malaiische Outfits sind weit, langärmelig und mehrlagig, daher bei Hitze angenehm und mit der Richtlinie vereinbar.
- Nicht nur für Muslime: Jeder kann sie tragen. Besucher, die malaiische Kleidung ausprobieren, werden meist freundlich aufgenommen.
- Wo es am wichtigsten ist: In Moscheen, bei religiösen Anlässen, beim Freitagsgebet und an Festen wie Hari Raya. Siehe den Leitfaden zur Etikette beim Moscheebesuch.
- Zu den Bildern: Die Fotos stammen von Wikimedia Commons unter freien Lizenzen, mit Quellenangabe unter jedem Bild. Echte Outfits unterscheiden sich je nach Bundesstaat, Schneider und Mode, nutzen Sie sie daher als Anhaltspunkt.
Männer: Baju Melayu
- Was es ist: Eine weite, langärmelige Tunika mit passender Hose, getragen mit einem Samping (einem kurzen Sarong um die Taille) und einem Songkok (einer schwarzen Kappe).
- Teluk Belanga: Hat einen runden Halsausschnitt ohne Kragen. Er wird mit Johor und dem alten malaiischen Hofstil verbunden.
- Cekak Musang: Hat einen kurzen Stehkragen mit Knöpfen. Heute sehr beliebt.
- Samping: Wird über der Tunika getragen, oft aus Songket-Stoff, und so gebunden, dass der untere Rand etwa am Knie sitzt.
- Songkok: Eine schwarze Kappe, die zum Baju Melayu bei Hochzeiten, Freitagsgebet und Hari Raya getragen wird. Familien tragen an Hari Raya oft aufeinander abgestimmte Farben.




Männer: Sarong, Jubah und königliche Tracht
- Kain Pelekat und Kopiah: Ein karierter Sarong mit schlichtem Hemd und weißer Kopiah (Gebetskappe) ist die Alltagskleidung vieler malaiischer Männer, besonders beim Gebet und zu Hause.
- Jubah: Ein langes, oft weißes Gewand für Gebet, Religionsunterricht und Freitage.
- Tanjak (Tengkolok): Ein gefaltetes Kopftuch, das mit einem Songket-Samping zu Hochzeiten sowie königlichen oder zeremoniellen Anlässen getragen wird. Die Faltstile unterscheiden sich je nach Bundesstaat.
- Songket: Handgewebter Stoff mit Goldfaden, berühmt in Terengganu und Kelantan.



Frauen: Baju Kurung und seine Stile
- Baju Kurung: Eine lange, weite Bluse zu einem langen Rock (Kain) und einem Tudung. Sie wird bei der Arbeit, in der Schule, in der Moschee und an Hari Raya getragen.
- Baju Kurung Kedah: Ein kürzeres, enger anliegendes Oberteil, traditionell mit einem gewickelten Sarong getragen, typisch für den Norden.
- Modernes Baju Kurung: Gerader geschnitten, oft mit Seitenschlitz und einfarbig. Wählen Sie weiten, blickdichten Stoff, damit es dezent bleibt.
- Andere Schnitte: Teluk-Belanga- und Cekak-Musang-Schnitte gibt es auch für Frauen. Namen und Stile unterscheiden sich je nach Region.
- Passende Farben: Viele Familien tragen an Hari Raya dieselbe Farbe („sedondon“).


Frauen: Kebaya Labuh, Jubah und Telekung
- Kebaya Labuh: Eine lange, weite Kebaya, meist mit Spitze besetzt und mit Broschen (Kerongsang) geschlossen, getragen zu Kain Batik oder Songket. Festlich, für Hochzeiten und Hari Raya. Wählen Sie einen langen, weiten Schnitt, damit sie dezent bleibt.
- Jubah oder Abaya: Ein langes Gewand, oft mit einem Schal kombiniert. Üblich auf Reisen und in der Moschee.
- Telekung: Ein weißes zweiteiliges Gebetsgewand, das Kopf und Körper bedeckt, nur zum Gebet getragen. Moscheen und Surau verleihen oft Telekung, und leichte Reise-Telekung gibt es in Geschäften.



Kopftücher und Stoffe
- Bawal: Ein quadratisches Tuch, gefaltet und festgesteckt oder gebunden. Gepflegt und sehr beliebt.
- Schal: Ein langer rechteckiger Schal, über Kopf und Schultern gelegt.
- Selendang: Ein leichter langer Schal, locker getragen, ein Ende über die Schulter geworfen.
- Tudung Labuh: Ein langes Tudung, das bis zur Taille oder tiefer fällt, für zusätzliche Bedeckung.
- Stoffe: Baumwolle und Chiffon sind bei Hitze kühl, Satin und Songket für Feste, Batik wird in Terengganu und Kelantan hergestellt, und Spitze besetzt Kebaya und Telekung.
- Besucherinnen: Ein Tudung brauchen Sie im Allgemeinen nicht, aber Frauen sollen in Moscheen das Haar bedecken, wo oft Tücher verliehen werden.

Tipps zum Tragen, Kaufen und Schneidern
- Wo kaufen: Fertige Baju Melayu, Baju Kurung und Tudung gibt es in Einkaufszentren, auf Märkten und in Geschäften wie Jakel sowie in Textilvierteln der Städte, etwa Jalan Tuanku Abdul Rahman in Kuala Lumpur.
- Schneidern: Schneider können ein Set anfertigen, oft in einigen Tagen bis Wochen je nach Saison, bestellen Sie also früh vor Hari Raya.
- Passform: Malaiische Kleidung ist weit geschnitten. Wählen Sie eine bequeme, nicht enge Größe.
- Pflege: Songket und Spitze sind empfindlich, geben Sie sie in die Reinigung oder waschen Sie sie von Hand.
- Respekt: Tragen Sie Gebetskleidung wie Telekung nur zum Gebet, nicht als Kostüm.
- Siehe auch: Der Reiseleitfaden für Frauen und der Leitfaden zur Moscheeetikette.